Das Problem mit der Wahlempfehlung

Seit Dezember 2017 habe ich als Teil des Wahlteams von Margit Jung den Wahlkampf um das Amt des/der Oberbürgermeisters/in die politische Bühne in Gera sehr intensiv wahrgenommen.

Es gibt eine Menge Befindlichkeiten bei allen politischen Akteuren hier in der Stadt. Es gibt Konflikte und Unstimmigkeiten aus der Vergangenheit, die selten etwas mit politischen Inhalten, sondern Machtkämpfen zu tun haben. Es gibt Vorurteile, die es knapp 30 Jahre nach der Wende nicht mehr geben sollte und die jegliche inhaltliche Auseinandersetzung verhindern.

Der bisherige Ausgang der Oberbürgermeisterwahl in Gera ist alles andere als erfreulich für mich als LINKEN. Natürlich hätte ich mir unsere Kandidatin in der Stichwahl gewünscht und habe selbst eine Menge Kraft und Zeit in dieses Ziel investiert. Dass das keine Selbstverständlichkeit gewesen wäre, war uns allen klar – schließlich gab es einige ernsthafte und gute Mitbewerber. Dass nun ein Herr Laudenbach von der AfD in der Stichwahl ist, finde ich für Gera sehr bezeichnend und beschämend – aber auch für den politischen Stil, der teilweise in der Stadt vorherrscht.

Nun ist das Kind leider für uns LINKE in den Brunnen gefallen. Wir müssen schauen, welchen Anteil wir an diesen Ergebnissen haben, mit dieser Erfahrung nach vorn schauen und es besser machen.

Was bleibt ist Schadensbegrenzung.
Für mich gibt es hier nur eine Option: Der Kandidat, der nicht von der AfD gestellt wird, bekommt meine Stimme. Man kann zu Herrn Vonarb stehen wie man will, aber er ist diese einzige Option in der Stichwahl. Ein reflexartiges Reduzieren, dass er Wessi ist, dass er einen sauteuren Wahlkampf geführt hat, dass er vom „Großkapital“ gestützt wird, dass er doch eigentlich ein Kandidat der Greizer CDU ist etc. hilft bei der Wahlentscheidung und auch Wahlempfehlung kein Stück weiter.

Ja, Herr Vonarb ist nicht mein Wunschkandidat für den Posten des Geraer Oberbürgermeisters. Aber er hat einen Plan, er hat einen fairen und engagierten Wahlkampf geführt, er hat meiner Ansicht nach die Stärke und das Auftreten, die Stadtverwaltung zu führen und die Stadt nach außen zu repräsentieren und er ist kein Kandidat der AfD.

 

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