Schreckgespenst? Können wir. Ihre CDU!

Am 1. Dezember erschien in der OTZ Eisenberg ein Artikel, in welchem sich der Landtagsabgeordnete und CDU Kreisvorsitzende Dr. Mario Voigt zu dem aktuellen Entwurf des neuen Thüringer Schulgesetzes äußert. Er baut in seiner Argumentation eine Drohkulisse auf, welche Eltern, Lehrer*innen und Hortner*innen der Schulen des Saale-Holzland-Kreises verunsichert.

Die Argumentation, wie viele der Schulen im SHK geschlossen werden könnten, reiht sich ein in die Äußerungen verschiedener CDU-Politiker des Freistaates. So argumentiert Voigts Parteikollegin und Landrätin Martina Schweinsburg, dass im Landkreis Greiz von 35 Schulen nur 11 Standorte erhalten blieben.

Diese Aussagen blenden völlig die Aussagen der Landesregierung und die Möglichkeiten des neuen Schulgesetzes aus. So sollen ausdrücklich keine Schulstandorte geschlossen werden, sondern diese sollen durch Kooperationsmodelle erhalten bleiben.

Der Knackpunkt ist und bleibt auf der einen Seite, eine gute und kreative Schulnetzplanung in den Landkreisen und auf der anderen Seite eine gute gesicherte Personaldecke bei Lehrer*innen und Hortner*innen.

Die Schulnetzplanung liegt in der Verantwortlichkeit der Landkreise. Herr Voigt sollte also ggf. mit seinem CDU-Landrat Andreas Heller diskutieren, wie alle Schulstandorte erhalten werden könnten. In diesem Zusammenhang wäre sicher auch ein Gespräch notwendig, welche Vorschläge Herr Voigt im Landtag einbringen könnte, um die selbst geschaffene Schizophrenie eines Thüringer Stellenabbaukonzeptes in Zeiten des Lehrer*innenmangels zu heilen. Wer über viele Jahre keine jungen Lehrer*innen einstellt und die Grundlagen schafft, dass junge gut ausgebildete Pädagog*innen das Bundesland verlassen, sollte jetzt gute Ideen haben, wie man das wieder geraderücken kann.

Weiterhin erklärt Voigt, dass unter anderem die Grundschule im Heideland (gemeint ist die Staatliche Grundschule „Heinrich Heine“ in Königshofen) allein zwei Kriterien zum Fortbestand nicht erfüllen würde. Er meint, dass sowohl die Mindestklassenstärke von 22 Schüler*innen, als auch die Schulmindestgröße von 80 Schüler*innen nicht erfüllt seien. Ich weiß nicht, wann Herr Voigt das letzte Mal in unserer Grundschule zu Gast war, aber die Königshofener Schule hat seit vielen Jahren konstant um die 110 Schüler*innen, wird gerade aufwändig saniert, hat eine seit Jahrzehnten nahezu konstante Belegschaft und einen ebenfalls seit Jahren engagieren Förderverein. Auch hat Voigt vermutlich nur die Planungszahlen aus der Schulnetzplanung vor Augen – diese bilden aber nicht die reellen Klassenstärken ab. Die Königshofener Schule hat zahlreiche Gastkinder aus Eisenberg und dem angrenzenden Sachsen-Anhalt und hat durchschnittlich über 25 Kinder pro Jahrgang.

Mit seinen Aussagen und vor allem Drohungen einer möglicherweise Schließung der Schule negiert er alles, was vor Ort erreicht worden ist und auch, welche Ausnahmen und welchen Gestaltungsspielraum das neue Schulgesetz bieten soll.

Aber man darf halt nicht vergessen, die CDU befindet sich im Wahlkampfmodus. Da wird für eigene Wählerstimmen auch in Kauf genommen, dass Eltern verunsichert werden und Kommunen Angst um ihre Schulen vor Ort haben.

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