Eisenberg, Thüringen
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Aktive Sozialarbeit statt passiver Verwaltungswiderstand

Politik im Ehrenamt.

Aktive Sozialarbeit statt passiver Verwaltungswiderstand

Der Saale-Holzland-Kreis arbeitet aktuell an einem Integriertem Regionalen Entwicklungskonzept. Nach der ersten Phase, in der eine umfangreiche Bestandsanalyse erstellt worden ist, hat nun die Phase 2 begonnen. In verschiedenen Arbeitsgruppen werden mehr oder weniger konkrete Ziele bzw. Entwicklungspotentiale herausgearbeitet und beschrieben. Basis dafür ist die Analyse aus Phase 1.

Als relativ frisch gebackenes Kreistagsmitglied bin ich Vertreter meiner Fraktion in der Arbeitsgruppe 4 „Soziale Infrastruktur / Daseinsvorsorge“. Neben weiteren Kreistagsmitgliedern der aller Fraktionen beraten dort noch Vertreterinnen der Kommunen (Bürgermeister, VG-Vorsitzende) und Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung.

Ich bin mir nicht sicher, ob die eine oder andere Fraktion die Chancen einer Teilnahme an der Arbeitsgruppe nicht gesehen haben oder nicht wollten. Neben mir war nur noch der Vertreter der AfD anwesend.

Ich konnte an vielen Stellen Ideen mit einbringen, welche dann im Idealfall in das IREK-Konzept einfließen können. Hilfreich ist bei sowas natürlich, wenn man etwas Erfahrung und Fachwissen in dem Bereich hat. Kurzzeitig überrascht war ich von der Sachlichkeit des Vertreters der AfD in der Arbeitsgruppe.

Als es jedoch um die gestiegenen Kosten im Bereich der Grundsicherung (Sozialhilfe / Arbeitslosengeld II) ging, war sie wieder da – die ausländerfeindliche AfD.

Es gibt im SHK einzelne Fälle, bei denen die Behörden nicht an Familien ran kommen. Da wird berichtet, dass Kinder nicht in die Schule geschickt werden, mutmaßlich Sozialleistungen erschlichen werden etc. Vorrangig geht es nach Beschreibung der Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung um so genannte „Sinti und Roma – Familien“. Es wurde nicht erwähnt, um wie viele Fälle es sich handelt.

Der Vertreter der AfD macht den Vorschlag, ob dem Ganzen nicht durch passiven Widerstand durch das Jobcenter ein Riegel vorgeschoben werden könne.

Unabhängig davon, dass dieser Einwand rein garnichts mit dem Entwicklungskonzept des Landkreises zu tun hatte, ist es eine Frechheit, über finanziellen Druck (also die Verzögerung von Antragsbearbeitung und ähnlichem) Einfluß auf die Lebenswelt von Bürgerinnen und Bürgern nehmen zu wollen.

Viel sinnvoller wäre es doch, wenn über Sozialarbeiter*innen versucht würde, mit den Familien in Kontakt zu kommen und Weg zu finden, statt Hürden aufzubauen. Hier fehlt es aber an Personal auf Seiten des Landkreises.

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