Eisenberg, Thüringen
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Parteiübergreifend zivilgesellschaftliche Bündnisse? – Nicht im SHK.

Politik im Ehrenamt.

Parteiübergreifend zivilgesellschaftliche Bündnisse? – Nicht im SHK.

In zahlreichen Landkreisen und Städten haben sich parteiübergreifend zivilgesellschaftliche Bündnisse gefunden, die sich klar gegen rechte und verschwörungsideologisch orientierte „Hintermänner“ und Organisator:innen der Spaziergänge positionieren und vor der Vereinnahmung der Protestierenden durch diese warnen.


Im Saale-Holzland-Kreis ist davon jedoch nichts zu spüren. Während CDU-Landrat Heller in der letzten Kreistagssitzung noch ein sehr eindrückliches Plädoyer für die Einhaltung der notwendigen Schutzmaßnahmen hielt und auf die Überlastung seiner Kreisverwaltung durch die Corona-Pandemie hinwies, marschiert das Kreistagsmitglied Albert Weiler (CDU) gemeinsam mit Peter Schmidt in Gera bei einem illegalen Spaziergang ohne Einhaltung von Mindestabständen und ohne Maske mit.

Kreistagsmitglied Michael Döhring (ebenfalls CDU) teilt auf seinem privaten Facebook-Profil Aufrufe bzw. Videos zu Spaziergängen und Beiträge aus div AfD-Gruppen.

Der Eisenberger Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Michael Kieslich und der CDU-Landtagsabgeordnete Mario Voigt beteiligten sich laut einer aktuellen Recherche an einem „Schweigemarsch“ in Eisenberg.


In den vergangenen Tagen wurden recht detailierte Recherchen zu den Menschen hinter den Spaziergängen, Schweigemärschen und „Kinderschuhaktionen“ in Ostthüringen veröffentlicht.
Die Organisator:innen setzen sich demnach aus Personen von extrem rechten Parteien und Gruppierungen bzw. einer Partei, die grundsätzlich die momentane Pandemie leugnen zusammen.
Darunter sind Menschen wie der Neonazi Christian Klar, der mutmaßliche Antisemit Frank Hausner oder der Initiator der Eisenberger Schweigemärsche und Hermsdorfer Spaziergänge Heiko Donath selbst
Laut Recherche stand zum Beispiel Donath am 25.11.2021 „mit dem Antisemiten und Reichsbürger Frank Haußner vor einer Menge aus Neonazis, Hooligans, AfD-Abgeordneten und Shoa-LeugnerInnen in Gera, um die Menge zum Aufmarsch durch die Innenstadt aufzurufen.“


Einzig Die LINKE. im Saale-Holzland-Kreis hat sich bisher „aus der Deckung“ begeben sich klar zu die Spaziergängen bzw. den Hintergründen positioniert und trotzdem auf die berechtigten Sorgen vieler Menschen im Rahmen einer angemeldeten Kundgebung zum Pflegenotstand reagiert.

Es wird Zeit, dass sich auch im SHK die Menschen zu Wort melden, die nichts mit den extremen Organisator:innen und „Hintermännern“ der Spaziergänge zu tun haben wollen. Wir müssen wieder lernen im gesellschaftlichen und politischen Diskurs aller demokratischen Kräfte unsere Probleme zu lösen und nicht an der Seite von Neonazis, Antisemiten und Verschwörungstheoretiker:innen.

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Comments: 1

  1. […] 23. Januar dieses Jahres habe ich mich in einem kleinen Artikel darüber aufgeregt, wie wenig gemeinsames (!) zivilgesellschaftliches Engagement gegen rechts und […]

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