Landeselternvertretung, und warum ich mich da raus halte…

pm_lev_20161121Mein Blutdruck dankt es mir sicher, dass ich als Kreiselternsprecher diesmal nicht zum Landeselterntag nach Gera gefahren bin.
Gerade kam die Pressemitteilung der Landeselternvertreter rein geflattert…
 
Wenig hilfreich erscheint vor diesem Hintergrund [immernoch zu wenig Neueinstellung bei LehrerInnen] eine schwelende Diskussion um die Schließung kleiner Schulstandorte. Als nicht gangbar erscheint uns der Weg, kleineren Schulen über das Ausdünnen von Personal den Garaus zu machen und den Schulträgern damit schmerzliche Entscheidungen zu Lasten von Schülern und Eltern abzunehmen. Vielmehr ist es notwendig alle beteiligten vor Ort mitzunehmen und in eine verbindliche Schulnetzplanung einzubeziehen.
 
Wollen die mich verarschen? *reusper* Ich fühle mich nicht adäquat vertreten.
Es gab letztes Jahr schon einmal eine Pressemitteilung, da habe ich mich gefragt, ob die LEV mal über den eigenen Tellerrand blickt und konstruktiv arbeitet – oder nur jammert und die Realitäten verkennt.
Schulnetzplanung wir vor Ort gemacht – oder eben nicht, wie im SHK. Dass es nicht genügend LehrerInnen auf dem Markt gibt, ist auch leider ein Fakt. Selbst wenn die Gelder für 2000 neuer LehrerInnen vom Land ermöglicht werden würden, es würde meiner Ansicht nach nicht genügend BewerberInnen geben, um diese Stellen zu besetzen. Damit die Schulämter mit der knappen „Ressource“ Lehrkraft effizient planen kann, braucht es auch eine vernünftige Schulnetzplanung, die sich an den Bedürfnissen der SchülerInnen, aber auch an den Gegebenheiten orientiert.
In der PM wird vermutlich das Beispiel einer Greizer Grundschule angedeutet. Diese wurde vorübergehend geschlossen und die SchülerInnen in benachbarte Schulen eingegliedert, weil nicht mehr ausreichend Personal verfügbar ist. Man kann sich leicht ausrechnen, wieviel LehrerInnenstellen eine Grundschule mit nichtmal 60 SchülerInnen hat. Wenn davon eine oder zwei langzeitkrank sind und keine „ErsatzlehrerInnen“ auf dem Markt sind – welche Möglichkeit hat dann der Schulträger bzw. das Schulamt noch?
Ich bin ein großer Fan von kleinen, ortsnahen Grundschulen. Aber für diese müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Es hilft nicht, gegen die böse Regierung zu wettern und zu hoffen, dass alles so bleibt wie es war. Die Geburtenraten der letzten Jahre kann man nicht schönreden. Die finanzielle Situation Kommunen und des Landes auch nicht. Es müssen kreative Lösungen gefunden werden, wie mit den begrenzten Mitteln die möglichst beste Bildung erreicht wird. Ob dies in Kleinstschulen mit vergleichsweise vielen Fehlstunden erreicht werden kann oder evtl. etwas längere Wege für die Kinder in Kauf genommen werden, dafür aber die Fehlstundenzahl reduziert werden können – das sind Entscheidungen, die der Schulträger in einer guten Schulnetzplanung treffen muss.
Hier sind meiner Ansicht nach alle Elternvertreter aufgerufen, ihre Schulträger anzusprechen und sich konstruktiv mit einzubringen. Das ist meiner Ansicht nach echte Elternvertretung vor Ort und nicht in ewigen Gesprächsrunden zu sitzen, die am Ende doch nichts bewegen, weil die Probleme viel zu abstrakt behandelt werden.
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