Was sind schon 60 Mio. Euro…


Am 16.02.2017 erschien in der OTZ ein Bericht über die staatliche Grundschule Hügelland in Tröbnitz. Dort wird betont, dass die Tröbnitzer Grundschule „fast alle Brandschutz-Anforderungen erfüllt“.

Es ist löblich, dass in dieser und vielen anderen Schulen intensiv mit den SchülerInnen das Thema Brandschutz und „Notfallplan“ besprochen und geübt wird. Weniger löblich ist aus unserer Sicht jedoch das, was in dem Artikel nur angedeutet wird. Von den 34 Schulen im Saale-Holzland-Kreis haben 24 Schulen teils erhebliche Mängel im Bereich Brandschutz. Dies ist sowohl aus der nun vorliegenden Prioritätenliste des Landkreises ersichtlich, als auch am direkten Eindruck, den man erhält, wenn man unsere Schulen besucht. Viele Schulgebäude sind baulich auf dem Stand der späten DDR. Es fehlen beispielsweise ausreichend Rettungswege oder Brandmeldeanlagen.

Betrachtet man dann die restliche Bausubstanz unserer Schulen im Landkreis wird das ganze Ausmaß des Sanierungsstaus sichtbar. Dank eines zu 100% vom Bund geförderten Investitionsprogrammes kommen einige Schulen in diesem und kommenden Jahr in den Genuss teilweiser energetischer Sanierungen.

Diese knapp 1,8 Mio Euro sind jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Sanierungsrückstand im SHK im Bereich der Schulen wird mit reichlich 60 Mio. Euro beziffert. Es ist nicht absehbar, wann in unseren Schulen auch räumlich nicht mehr die DDR-Standards zu sehen sind. Die Defizite sieht man an den Schulhöfen, den (teils fehlenden) Spielgeräten, alten Fenstern, Treppenhäusern, Garderoben, Toiletten, Heizungen, Fußböden, Decken, Türen und und und…

Irgendwann ist die Aussage, dass eine Schule nicht von den Räumlichkeiten sondern von den Konzepten und LehrerInnen lebt nicht mehr tragbar. Unsere PädagogInnen versuchen seit Jahren aus den teilweise sehr schlechten räumlichen Bedingungen das Beste zu machen. Doch viele LehrerInnen gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Mit Schulen, welche das Flair der DDR noch nicht abgelegt haben kann man weder Eltern noch junge LehrerInnen motivieren, sich an unseren Schulen zu engagieren, wenn selbst jetzt noch nur der Mangel verwaltet wird.

Wie eine moderne Schule aussehen kann, ist an der neu sanierten Regelschule Stadtroda zu sehen. Wenn es möglich wäre, alle unsere Schulen nur ansatzweise so hochwertig zu sanieren und die LehrerInnen die Chance bekommen individuell gute neue Schulkonzepte zu gestalten, braucht keine Schule Angst um ihre Existenz zu haben.

 

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