Kein aushebeln von Selbstbestimmungsrechten

Vor einem reichlichen Jahr hatte ich das Thema „Vertretungsrechte von Eheleuten“ schonmal auf dem Tisch:
http://knut-meenzen.de/?p=795

Inzwischen war der Bundestag aktiv und das Gesetz wurde – was ich als sehr unglücklich einschätze – an ein Gesetz zur Anpassung der Vergütung von Berufsbetreuern gekoppelt.
Die Vergütungen wurden als Pauschale ich glaube 2005 eingeführt und seit dem nicht angepaßt. Alle Preissteigerungen etc. können Betreuer nur durch mehr Betreuungsfälle ausgleichen. Das führt aber nicht zu einer Verbesserung der Betreuungsqualität. Wenn Berufsbetreuer auf 50 und mehr Fälle „aufrüsten“ müssen, halte ich das für bedenklich. Man benötigt im Schnitt um die 4 Stunden pro Betreuungsfall im Monat – das wären dann 200 Arbeitsstunden pro Monat!
Eine Erhöhung der Vergütungspauschalen oder eine Erhöhung der vergüteten Stunden wäre meiner Ansicht nach absolut notwendig.
Diese Vergütungserhöhungen an das Gesetz zur Vertretungsberechtigung von Eheleuten zu knüpfen, finde ich eine miese Sache. Am Ende geht es nicht darum, die Rechte innerhalb der Ehen zu stärken, sondern das Geld für evtl. neue Betreuungsverfahren zu sparen, um die Vergütungserhöhung gegenzufinanzieren.
Und wenn ich mich an dieser Stelle mal von vor einem Jahr selbst zitieren darf:

quod erat demonstrandum


OTZ vom 12.08.2017

%d Bloggern gefällt das: