Eisenberg, Thüringen
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Entscheidung FÜR das Leben

Politik im Ehrenamt.

Entscheidung FÜR das Leben

An einem tollen Tag im Februar 2016 bekam ich die Info, dass es Menschen gibt, die auf einer Facebookseite Stimmung gegen mich machen. Diese Info kam genau eine Stunde bevor ich mich mit meiner Frau auf den Weg in den Kreißsaal gemacht habe wo inzwischen unser dritter Sohn auf die Welt gekommen ist.

Auf dem Heimweg aus der Klinik habe ich – noch voller Freude über das neue Leben – viel über „euch“ und eure Facebookseite nachgedacht. Ich habe überlegt, was es mit mir macht, dass ihr nun über mich versucht möglichst viel zu recherchieren. Ich kann nur sagen – so richtig viel macht es nicht mit mir.

Ihr werdet recht schnell meine Adresse finden – ich führe auf meiner Homepage ein ordentliches Impressum. Ich verstecke mich nicht hinter Pseudonymen und habe meine Seite auf einem deutschen Server nach deutschen Recht regulär unter meinem echten Namen angemeldet. Ich stehe zu dem, was ich sage und tue.

Auch werdet ihr sehr schnell raus finden, wo ich arbeite. Ja, ich „rote Ratte“ arbeite. Wenn Ihr noch etwas mehr recherchiert, werdet ihr vielleicht auch raus finden, was ich da eigentlich beruflich mache. Ich helfe Menschen, die sich nicht selbst helfen können. Also eigentlich genau den Leuten, die ihr immer wieder versucht gegen Flüchtlinge auszuspielen. Ich unterstütze Obdachlose bzw. versuche Menschen vor diesem Schicksal zu bewahren. Ich unterstütze alte und kranke Menschen, damit sie die (Sozial-)Leistungen bekommen, die ihnen zustehen. Ich verhelfen Menschen zu ihrem Recht in der Gesellschaft, wenn sie selbst für diese Rechte nicht einstehen können. Was macht ihr für diese Menschen? Was macht ihr für Leute, die Euch mit Sicherheit zu peinlich und zu dreckig und zu „assig“ wären, als dass ihr euch mit ihnen abgeben würdet?

Und wenn ihr Google noch etwas mehr bemüht oder die Abkürzung EKMD auf meinem Twitter-Profil versteht (Evangelische Kirche Mitteldeutschland), werdet ihr herausfinden, dass ich tatsächlich auch noch Christ bin. Und nicht nur ein Christ, der Weihnachten in die Kirche geht, sondern einer der das ganze auch noch lebt. Gemeindeleben, christliche Werte und Mitmenschlichkeit sind mir wichtig und ich erziehe meine Kinder nach diesen Werten. Christliche Werte, die Ihr vorgebt zu verteidigen. Wenn man das (christliche) Abendland verteidigen will, sollte man doch als erstes nach diesen Werten leben, oder?

Das geht natürlich nicht ernsthaft, wenn man Anderen und Fremden nur Hass und Gewalt entgegenhält.

Es passt natürlich in euer Schwarz-Weiss-Denken, dass ich automatisch gegen Euch bin, wenn ich nicht für euch bin. Das stimmt aber eigentlich nicht. Ich bin nicht GEGEN etwas, sondern ich bin FÜR viele Dinge. Ich bin FÜR Mitmenschlichkeit. Ich bin FÜR Solidarität mit Schwachen. Ich bin FÜR das Leben. Und deswegen werdet ihr mir diesen einen Tag im Februar nicht kaputt machen, an dem ich von euch und euren Recherchen erfahren habe. An diesem Tag habe ich mich FÜR das Leben entschieden, weil da mein Sohn geboren ist.

Ich erschaffe und liebe eher, als dass ich zerstöre und hasse.

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