Eisenberg, Thüringen
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Sankt Martin

Politik im Ehrenamt.

Sankt Martin

Sohn #2 hört in letzter Zeit mit Vorliebe Lieder über Sankt Martin und wir erzählen viel über das Thema.
Dann lese ich auf Facebook immer wieder bei empörten Besorgtbürgern, dass angeblich die Sankt Martins Umzüge nicht mehr so heissen dürfen etc.
Man macht sich also so sehr Sorgen um seine christlichen Werte, dass man die Menschen, welche sich nicht Christen nennen und es trotzdem wagen hier bei uns Schutz zu suchen, rauswerfen will.
Der intelligente Leser wird an dieser Stelle schon den Fehler in der Matrix finden.
Für alle anderen: Sankt Martin hat geteilt – mit einem Bettler. Er wusste nicht, wer dieser Bettler ist – ob Christ, Moslem oder Jude. Er hat sein Eigentum geteilt und nicht gesagt: “Ich rette Dich nur vor dem Tod, wenn Du vor mir zu Kreuze kriechst, oder dorthin zurück kehrst, wo Du hergekommen bist.”

Liebe besorgte Bürger, lasst Euch gerade jetzt zum Martinstag von Eurem Pfarrer das Wesen dieses Tages erklären. Ach ihr habt gar keinen Pfarrer, weil ihr das letzte mal mit Mutti zu Weihnachten 1992 in der Kirche wart? Welche Werte wolltet ihr noch gleich auf der Strasse jede Woche retten? Oder ist die Bibel für Euch auch nur Lügenpresse?

Sohn #2 versteht mit seinen knapp vier Jahren, was teilen bedeutet. Er weiss, dass die Flüchtlinge nicht aus Langeweile oder Profitgier hier her kommen und unsere Hilfe benötigen. Wir haben uns den “Luxus” gegönnt mit beiden Jungs in einer Erstaufnahmestelle vorbei zu fahren um direkt Spenden abzugeben. Unsere Kinder haben gesehen, wie die Menschen dort leben müssen und auch verstanden, dass man sich so eine Unterkunft nicht aus Langeweile aussucht, sondern aus purer Not in den Heimatländern.

Liebe Besorgtbürger, benehmt euch wie echte Christen und beginnt zu teilen und nicht zu marschieren.

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